Das Drei-Jahres-Retreat

 

INFORMATIONEN ZUM ABLAUF DES DREI-JAHRES-RETREATS

Das Drei-Jahres-Retreat ist das traditionelle Meditationsretreat im Vajrayana-Buddhismus, bei dem man den gesamten Pfad von Anfang bis Ende empfängt und praktiziert. Es ist ein Format, das von allen Linien einschließlich der Drikung-Kagyü-Linie übernommen wurde, und das aufgrund der Reinheit, in der es praktiziert und weitergegeben wurde, große Kraft und großen Nutzen besitzt.
In der Drikung-Kagyü-Linie gab es bereits mehrere Gruppen von Praktizierenden, die nicht aus dem Himalaya stammen, welche das Dreijahresretreat im traditionellen Stil unter der Leitung von Meistern aus dem Himalaya absolviert haben. Durch ihre dabei gemachten Erfahrungen ist ein tieferes Verständnis für die Bedürfnisse von Praktizierenden außerhalb der Himalaya-Region ans Licht gekommen. Durch jahrelange Arbeit haben die Praktizierenden Drubpön Rachel Dodds und Giorgio Savigliano, die beide nicht aus dem Himalaya stammen, einen ganzheitlichen Ansatz gefunden, der die tatsächliche Erfahrung in der Praxis und im Retreat am besten unterstützt und voranbringt. Dabei muss jeder Aspekt des eigenen Seins in die Praxis integriert werden. Beginnend mit den Grundlagen von Körper, Ernährung, Bewegung, richtigem Schlaf, richtiger Körperhaltung und richtiger Atmung, sind Körperbewusstsein, achtsame Entspannung, emotionale Gesundheit, Kommunikationsfähigkeit sowie Selbsterforschung unter Verwendung westlicher Beratungsmethoden allesamt wesentliche Aspekte, die für den Erfolg im Retreat notwendig sind. Erst sobald wir auf der grobstofflichen Ebene der körperlichen und geistigen Gesundheit im Gleichgewicht sind, können wir hoffen, tiefer in die subtilen Geisteszustände einzudringen und erfolgreich mit Prana und subtiler Energie zu arbeiten.
In diesem Retreat werden all diese Aspekte angesprochen, um Ihnen die bestmögliche Chance zu geben, die wahre Natur Ihres Geistes zu erkennen. Viele Menschen verschwenden Jahre in ihrer Meditation, weil sie sich mit diesen Grundlagen nicht auseinandergesetzt haben. Das Ziel ist, Sie dabei zu unterstützen, den gesamten Zyklus der Lehren und Meditationen des „Fünffachen Pfades von Mahamudra“ und der „Sechs Yogas von Naropa“ in ihrer Reinheit, aber mit weniger Hindernissen und mit der Leichtigkeit und Freude, die diesen Praktiken selbst innewohnt, zu empfangen und zu praktizieren.
Drupön Rachel Dodds und Giorgio Savigliano werden eng mit jedem Praktizierenden zusammenarbeiten und ihnen auf der Grundlage ihres kulturellen Hintergrunds, ihrer Persönlichkeit und ihrer Fähigkeiten echte Anweisungen und Anleitungen geben. Sie hoffen, den Retreatteilnehmern durch ihre Unterstützung in den traditionellen Lehren und Ritualen des Retreats zusammen mit individueller Anleitung und persönlicher Beratung wirklich das bestmögliche Maß an Unterweisung und Unterstützung bieten zu können.

DIE MEDITATIONS-MEISTER

Drubpön Rachel Dodds hat ein traditionelles Drei-Jahres-Retreat in der Drikung Kagyu Tradition von 2004 bis 2008 in Almora, Indien unter dem Patronat von Seiner Heiligkeit Drikung Kyabgön Thinley Lhundup und Seiner Eminenz Garchen Rinpoche und unter der Leitung von Drupön Champa Rigzin Rinpoche absolviert. Drubpön Rachel Dodds erhielt offiziell den Titel „Drubpön“ (Meditations-Meister) von S.H. Drikung Kyabgön Thinley Lhundup. ⇒ Authority Letter

Drubpön Rachel unterrichtet seit 2010 und leitet Retreats in Europa, Russland, der Ukraine und den USA. Rachel lebt mit ihrem Ehemann Giorgio Savigliano in Italien. 2016 begann ihre Drubpön Tätigkeit im Milarepa Retreat Zentrum, wo sie zahlreiche Belehrungen leitete. Unter ihrer Leitung begann 2018 auch das zweite Drei-Jahres-Retreat mit vier Teilnehmern aus Kanada, Rumänien, England und Israel. 2019 begann eine neue Drei-Jahres-Retreat Gruppe mit 2 TeilnehmernInnen aus Deutschland und aus der Schweiz.
Giorgio Savigliano wird Rachel Dodds beim Anleiten der Schüler assistieren. Er hat spezielle Kenntnisse der Tsa Lung Techniken. Er ist seit 15 Jahren Hatha Yoga Lehrer, und er absolvierte das Drei-Jahres-Retreat als Einzelretreat über 5 Jahre. Sein spezielles Wissen von Körper und Atmung sind eine unentbehrliche Unterstützung der Praxis. Es hilft, den Fortschritt der Teilnehmer zu beschleunigen und verhindert die vielen Unausgeglichenheiten, die während so langer Retreats vorkommen, wie z. B. der Lung-Störung (Prana-Ungleichgewicht), die es unmöglich machen kann, ein Drei-Jahres-Retreat zu vollenden.

DAS FORMAT

Das Format des Drei-Jahres-Retreats richtet sich nach dem traditionellen monastischen Stil der Himalaya-Region. Drubpön Rachel wird die Unterweisungen auf traditionelle Art präsentieren, aber mit einem speziellen Verständnis für den westlichen Geist und für Methoden, die die Unterweisungen für Schüler verständlicher machen. Jeder Schüler wird nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen begleitet und bekommt individualisierte Unterweisungen und ein wöchentliches Gespräch im direkten Kontakt oder per Telefon, um ihn zu unterstützen und im Umgang mit den unterschiedlichen Dingen, die bei einem so intensiven Retreat auftreten, zu helfen.
Sie unterrichten auf eine praxisbezogene, individualisierte, ganzheitliche Art, die besonders die Bedürfnisse und Herausforderungen von Praktizierenden berücksichtigt, die nicht aus der Himalaya-Region stammen. Das ist sehr wichtig und schwer zu verstehen, wenn man nicht selbst eine lange Retreat-Erfahrung gemacht hat. Durch unseren kulturellen Hintergrund und unsere moderne Lebensart können sich die Herausforderungen während eines langen Retreats wesentlich von denen eines Ordinierten in der Himalaya-Region unterscheiden. Es gibt Unterschiede darin, wie wir Herausforderungen im Retreat ausdrücken und lösen. Allgemein hat Garchen Rinpoche betont, dass es für Retreat-Teilnehmer, die nicht aus der Himalaya-Region stammen, wichtig ist, Unterstützung von Retreat-Meistern zu bekommen, die nicht aus der Himalaya-Region stammen. Drubpön Rachel und Giorgio bieten aus ihrer persönlichen Erfahrung eine westliche Perspektive und Wissen um andere Modalitäten, die eine wichtige Unterstützung für die Teilnehmer sein werden, um die Hindernisse, die während des Retreats auftauchen, zu minimieren und das Maximum aus jedem Praxistag zu holen.

Alle Unterweisungen und Texte werden in Englisch und Deutsch gegeben, und man kann die Texte in der eigenen Sprache rezitieren. Kenntnisse der tibetischen Sprache sind für dieses Retreat zwar hilfreich aber nicht nötig. Die Unterweisungen werden vor jedem neuen Retreatabschnitt gegeben. Die Praxis jedes einzelnen Abschnitts dauert von einigen Wochen bis zu 1-2 Monaten. Die Unterweisungen können bis zu einer Woche dauern. Meist dauern sie jedoch nur ein paar Tage. Während der Unterweisungen können die Inhalte diskutiert und Fragen gestellt werden. Während dieser Zeit ist es erlaubt zu sprechen. Dann geht man in sein Retreatzimmer und schweigt für die Dauer dieser speziellen Praxis. Einmal pro Woche erhält jeder Retreat-Teilnehmer eine persönliche oder telefonische Beratung von Drubpön Rachel Dodds und Assistenz von Giorgio Savigliano. Drubpön Rachel und Giorgio leben nicht im Zentrum, aber sie kommen alle 4 bis 6 Wochen, um zu unterrichten, persönliche Gespräche zu führen und die Teilnehmer zu unterstützen. Telefonisch sind sie jederzeit erreichbar. Zu jedem Vollmond und Neumond wird eine Ganachakra-Puja durchgeführt.

RETREAT-RÄUMLICHKEITEN

Das Amitabha Haus ist das Haus für das Drei-Jahres-Retreat. Es hat 6 große Zimmer mit jeweils eigenem Badezimmer. Es gibt zwei Küchen, die von den Retreat-Teilnehmern genutzt werden kann. Im Schrein werden Belehrungen gegeben, und es gibt ein Telefon für die wöchentliche telefonische Beratung und für Notfälle. Das Retreat-Haus ist durch eine Hecke abgeschirmt. Dieser Bereich darf von Besuchern nicht betreten werden. Die Teilnehmer verbringen die gesamte Zeit in diesem Bereich, ohne ihn zu verlassen, außer in Notfällen mit Erlaubnis der Retreat-Leitung.
Die Retreat-Teilnehmer müssen für das Retreat Ritualgegenstände wie Damaru, Vajra und Glocke selbst kaufen. Texte werden verteilt.
Die Retreat-Teilnehmer müssen selbst kochen. Einmal in der Woche sammelt eine Person aus dem Team Einkaufslisten aller Teilnehmer und geht für sie einkaufen.

RETREAT-REGELN

Die Fünf Regeln sollen stets eingehalten werden:

  • Nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine Sexualität, kein Alkohol oder Drogen.
  • Schweigen (Man darf mit der Retreat-Leitung sprechen. Mit anderen Teilnehmern und mit dem Milarepa Team kommuniziert man über schriftliche Mitteilungen. In den Pausenzeiten darf man mit anderen Retreat-Teilnehmern sprechen.)
  • Der Retreat-Bereich darf nur im Notfall und mit Erlaubnis der Retreat-Leitung verlassen werden.
  • Ernährungseinschränkungen während einiger Praktiken.
  • Respektvoller Umgang mit anderen Retreat-Teilnehmern bezüglich Verhalten, Kleidung und Aktivitäten.
  • Keine Besucher außer während der Feuerpujas.

STUDIEN-PROGRAMM

Das Retreat beginnt mit einer Langlebenspraxis des Amitayus aus der Tradition des Rechungpa;
dann folgt der Äußere Ngöndro der Vier Gedanken;
Die Vier Inneren Ngöndro Praktiken von Zufluchtnahme, Vajrasattva, Mandala und Guru-Yoga;
dann beginnt der Fünffache Pfad des Mahamudra, der nur in der Drikung Kagyu Linie existiert.
Die Praxis beginnt mit einer speziellen Bodhicitta-Praxis, gefolgt von einem vollständigen Chakrasamvara-Retreat, das mit einer Feuerpuja abgeschlossen wird. Es folgt eine ausführliche Guru-Yoga-Praxis, genannt Guru-Yoga der Vier Kayas. Das dient zur Vorbereitung für Shamata, Vipasana und Mahamudra. Am Ende steht eine spezielle Widmungspraxis.
Das letzte Jahr ist der Vajravarahi-Praxis mit Feuerpuja und den Sechs Yogas des Naropa gewidmet: Tummo, Klares Licht, Traum-Yoga, Illusionskörper, Phowa und Bardo-Praktiken werden ausführlich gelehrt.
Das Retreat endet mit einer weiteren Langlebenspraxis des Amitayus.

TÄGLICHES PROGRAMM

Die Teilnehmer stehen in der Regel um 3:30 Uhr auf und beginnen um 4 Uhr mit der ersten Meditationssitzung. Es werden täglich vier Sitzungen von jeweils 3-4 Stunden durchgeführt. Pujas der Dharma-Beschützer, Chöd oder verschiedene andere Gebete werden abends gemacht. Gegen 10 Uhr abends geht man ins Bett. In der Drikung Kagyu Linie schläft man nicht in einem Meditationskasten. Es ist in diesem Retreat nicht nötig, im Sitzen zu schlafen. In den ersten 2 Jahren sammelt man viele Mantren und Gebete an. Dafür ist es nötig, sich an einen recht strengen Zeitplan zu halten. Das kann eine Herausforderung sein, weil man auch noch für sich selbst kochen muss. Es ist nötig, gut auf die Zeit zu achten, und einfache, schnelle Gerichte zu kochen. In den Zeitplan sind Hatha Yoga und Atemarbeit mit eingefügt, die mindestens zweimal täglich durchgeführt werden. Im dritten Jahr wird das tibetische Yoga Trulkhor gelehrt. Zweimal im Monat – jeweils zum Vollmond und zum Neumond – wird Ganachakra (Tsog) in der Gruppe praktiziert.
Ein typisches Tagesprogramm ist:
1. Sitzung: 4:00- 7:30 Uhr
2. Sitzung: 8:30-12:00 Uhr
3. Sitzung: 14:30-17:30 Uhr
4. Sitzung: 19:00-21:30 Uhr

VORAUSSETZUNGEN FÜR DIE TEILNAHME AM MEDITATIONS-SEMINAR IM RAHMEN DES DREI-JAHRES-RETREATS

Vorherige Retreat-Erfahrung:
Im Allgemeinen ist das Dreijahresretreat nicht für Anfänger geeignet, sondern man sollte bereits über langjährige Erfahrung in Dharma-Studium und -Praxis, sowie über Erfahrung in Gruppen- und Einzelretreats verfügen. Man muss darüber hinaus ein 100-Tage-Retreat über die Vier Gedanken, die den Geist ausrichten gemäß der Tradition von S.E. Garchen Rinpoches Wurzelguru Khenpo Münsel absolvieren. Dies ist ein kontemplatives Retreat, das auf Patrul Rinpoches Buch „Worte meines vollkommenen Lehrers“ basiert. Dieses Retreat muss im Milarepa-Retreatzentrum in Schneverdingen absolviert werden, bevor man offiziell für das Dreijahresretreat zugelassen wird. Es ist ein Einzelretreat und sollte mindestens 6 Monate vor Beginn des Dreijahresretreats abgeschlossen werden.

STUDIUM DER GRUNDLEGENDEN BUDDHISTISCHEN PHILOSOPHIE

Zukünftige Teilnehmer am Drei-Jahres-Retreat sollten grundlegendes Wissen über den buddhistischen Pfad besitzen. Sie sollten Unterweisungen von buddhistischen Lehrern erhalten und Bücher über Buddhismus gelesen haben. (Buchempfehlungen: Juwelenschmuck der Befreiung von Gampopa; Die Worte meines vollendeten Lehrers von Patrul Rinpoche.) Es ist nicht notwendig das Ngöndro beendet zu haben. Es kann jedoch helfen, wenn man schon damit begonnen hat und weiß wie man praktiziert.

GUTE KÖRPERLICHE GESUNDHEIT

Hausärztliche und zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen sind nötig bevor das Retreat beginnt. Viele Menschen mussten Retreats für einige Zeit verlassen, um sich medizinisch oder zahnärztlich behandeln zu lassen. Das Retreat ist körperlich anspruchsvoll, besonders die Sechs Yogas von Naropa. Trotzdem haben auch noch viele Menschen zwischen 40 und 60 ohne große Hindernisse erfolgreich ein Drei-Jahres-Retreat absolviert. Alter muss einen also nicht abschrecken, solange man bei guter Gesundheit ist. Vor dem Retreat sollte man bereits etwas Erfahrung mit Körperübungen wie Yoga oder Tai- Chi haben, bei denen bereits angefangen wurde, das Körperbewusstsein zu entwickeln. Das ist die wichtigste Fähigkeit, um die Praxis und die Gesundheit zu verbessern. Man sollte sich auch von einem Arzt für alternative Medizin, wie z. B. Traditionelle Chinesische Medizin, Ayurveda oder Naturheilkunde beraten lassen und anfangen, mehr über die eigene Körperkonstitution zu lernen. Eine Ernährungsberatung kann äußerst hilfreich sein. Jeder Mensch hat eine eigene Konstitution, und nicht jede Ernährungsform ist für alle geeignet. Wenn die Teilnehmer anfangen, an subtilen Energien zu arbeiten, was in der Vajrayana-Praxis nötig ist, wird Ernährung sehr wichtig. Wenn Teilnehmer Nahrung von schlechter Qualität aufnehmen oder Nahrungsmittel, die für die eigene Konstitution nicht geeignet sind, werden die Energiekanäle und die Sensibilität blockiert. (Z. B. sind Milchprodukte, Gemüse von Nachtschattengewächsen, stark verarbeitete Lebensmittel wie Weißmehl und weißer Zucker, Weizen, Kaffee und Schweinefleisch für die meisten Konstitutionen nicht geeignet.) Man kann sich auf Lebensmittelunverträglichkeiten testen lassen, um festzustellen, welche Lebensmittel ein Problem bereiten. Auch sind Reinigungskuren o. ä. zu empfehlen. All diese Dinge können den Gesundheitszustand verbessern, der für eine rigorose Praxis nötig ist. Sie dienen auch als Vorbereitung zum Entwickeln einer Sensibilität für Körper und Geist, die für den Erfolg in höherer yogischer Praxis nötig ist.

GUTE PSYCHISCHE GESUNDHEIT

Dieses Retreat ist für psychisch oder emotional instabile Menschen überhaupt nicht geeignet. Meditation ist keine Behandlungsmethode für Menschen mit psychischen Problemen. Man braucht einen stabilen, ausgeglichenen Geist, um mit Meditationspraxis zu beginnen. Ein Retreat eignet sich nicht als Flucht vor den Herausforderungen des Alltags. Im Retreat wird man stark mit sich selbst konfrontiert. Es gibt keine Ablenkung oder Flucht. Alle Ängste, Werturteile, Zweifel und Projektionen kommen mit voller Kraft an die Oberfläche. Für jeden, der ein Drei-Jahres-Retreat machen möchte, ist psychologische Beratung im Vorfeld angeraten. Wir alle haben unbewusste Überzeugungen und Ängste, die unser Leben steuern. Wenn sie nicht bewusst sind, ist es sehr schwierig, sie in die Praxis zu integrieren. Beratung bringt Licht in Verhaltensmuster, die zum Leid in unserem Leben beitragen. Sie hilft, das starke Halten unseres Ichs zu entdecken. Beratung ist nicht nur etwas für psychisch Kranke. Sie ist vielmehr ein wichtiges Mittel, um unsere Schwachstellen zu entdecken, besonders wenn große oder kleine Traumata vorhanden sind.

VERBINDUNG MIT LAMAS DER DRIKUNG KAGYU LINIE

Es ist am besten, wenn man bereits bei mindestens einem Lama der Drikung Kagyu Linie gelernt hat. Im Internet kann man heute viele Belehrungen von Seiner Eminenz Garchen Rinpoche oder anderen Drikung Lamas hören. Dies ist ein Drikung Kagyu Retreat, und alle Texte und Praktiken stammen aus der Drikung Kagyu Tradition. Das Retreat ist offen für Schüler aller Vajrayana Traditionen, jedoch werden Schüler der Drikung Kagyu Linie bevorzugt. Verbindung mit einem Wurzellama, für den man bereits vor dem Retreat Hingabe empfindet, und der einen leitet, ist extrem hilfreich. Hingabe ist ein essenzieller Anteil für den Erfolg der Praxis, und sie entsteht hauptsächlich durch eine reale Verbindung mit einem verwirklichten Wesen, wie z. B. Seiner Heiligkeit Drikung Kyabgon Thinley Lhundup oder Seiner Eminenz Garchen Rinpoche.

REIFE UND INTEGRITÄT

Diese Retreat ist in den meisten Teilen ein Einzelretreat. Deshalb muss man von sich aus motiviert sein und sich auf sich selbst verlassen können. Man wird nicht täglich kontrolliert, deshalb muss die eigene Praxis Reife haben. Zudem braucht man Selbstdisziplin und Gruppenfähigkeit. Der Druck eines Retreats kann alle möglichen zwischenmenschlichen Schwierigkeiten an die Oberfläche bringen. Kleinigkeiten können sich in riesige Probleme verwandeln, wenn man nicht den Geist eines Praktizierenden hat. Ein Praktizierender ist nicht interessiert am Geist der anderen Menschen. Er ist nur an seinem eigenen Geist interessiert. Die Teilnehmer sollten sich nicht auf die Fehler der anderen konzentrieren, sondern nur auf die eigenen unreinen Wahrnehmungen. Was auch immer ein anderer tut oder lässt ist nicht die eigene Angelegenheit eines Praktizierenden. Alles kann in einen Teil des Pfades transformiert werden, wenn man die Dinge als Spiegel des eigenen Geistes sieht. Eine unreife Person verbringt viel Zeit damit, sich darum zu kümmern, was andere machen und wie einen andere angreifen. Das führt nirgendwo hin und verschwendet alle Verdienste, die durch das Retreat angesammelt werden. Die Teilnahme an einem Gruppenretreat zeigt einem sehr stark die Projektionen des eigenen Geistes und reinigt sie. Wenn man das als Teil seiner Praxis nutzt, ist es sehr verdienstvoll und unterstützend. Wenn man ein starkes Verlangen hat, an einem solchen Retreat teilzunehmen, sollte man nicht zögern und unablässig zu den Linienlamas und Dharmabeschützern beten und um ihren Segen und ihre Unterstützung bitten, ins Retreat zu kommen. Mit einer Haltung von Freude und Dankbarkeit für solch eine Gelegenheit, ins Retreat zu gehen, konnten die meisten Schüler hier durchhalten und Erfolg haben, selbst in herausfordernden Situationen und trotz des Ungemachs, sich an ein zurückgezogenes Leben und an intensive Meditationspraxis zu gewöhnen.

ANGERATENE VORBEREITUNGEN

Die wichtigsten Vorbereitungen für das Retreat sind die der Grundlagen. Im Retreat bekommt man alle Belehrungen, die für die Meditationspraxis wichtig sind. Aber damit man erfolgreich mit diesen Praktiken arbeiten kann, sind als Grundlagen körperliche Gesundheit, Körperbewusstsein und emotionale und psychische Gesundheit nötig. Viele Praktizierende sind überrascht zu hören, dass Ernährung und Bewegung zwei der wichtigsten Aspekte der Meditationspraxis sind. Wenn man den Körper nicht beachtet, nicht auf ihn hört und nicht gelernt hat, was er braucht, und wie man ihn gesund erhält, dann wird es sehr schwer sein, den Körper dazu zu bringen, die Praxis zu unterstützen, besonders wenn man zu Praktiken wie Chakrasamvara, Vajravarahi und den Sechs Yogas von Naropa kommt. Das sind alles Praktiken, die eine sehr starke Verbindung zwischen Körper und Geist brauchen. Man muss subtile Energie zu bestimmen Stellen des Körpers leiten können. Wenn man kein Körperbewusstsein hat, und wenn man körperliche Schmerzen und Energieblockaden hat, wenn man Nahrungsmittel isst, die die Energiebahnen und die Sensibilität blockieren, wenn man Kindheitstraumata oder starke emotionale Muster hat, die nie erkundet wurden, dann wird man große Schwierigkeiten haben, subtile Energien zu spüren und zu beeinflussen. Wenn man sich vorher schon um die Grundlagen kümmert, hat das enorme Vorteile für das Retreat.

WIR EMPFEHLEN FOLGENDES

  • Beginnen Sie mit achtsamen Körperübungen wie Hatha Yoga und / oder Tai- Chi. Auch wenn Sie einen Lehrer haben, der nicht darauf achtet, dass man auf seinen Körper hört, müssen Sie es trotzdem tun. Jede Bewegung muss Körper und Geist verbinden. S. auch Giorgios Video auf Youtube.
  • Probieren Sie Körperarbeit wie Massage oder Reflexzonenmassage, ebenfalls um die Verbindung zwischen Körper und Geist zu fördern und um zu lernen, den Körper zu entspannen.
  • Gehen Sie zu einem Arzt für Chinesische Medizin, Ayurveda oder Naturheilverfahren, um mehr über Ihren Körper zu lernen und darüber, welche Nahrungsmittel Sie essen sollten und welche nicht. Holen Sie sich Anleitung zu Reinigungskuren und darüber, wie Sie Ihren Körper gesund halten können. Lassen Sie Lebensmittelunverträglichkeiten testen.
  • Nehmen Sie sich Zeit für psychologische Beratung oder Arbeit mit Emotionen, um Ihre hauptsächlichen emotionalen Schwierigkeiten und Schwachpunkte zu erkunden. Das wird den Prozess beschleunigen und verhindern, dass Sie viel Zeit im Retreat vergeuden. Jeder Praktizierende muss sich selbst kennen. Er muss sich mit seinen großen und kleinen Traumata aus der Kindheit und dem Leben auseinandersetzen. Er muss seine Persönlichkeitsfehler und seine emotionalen Einschränkungen kennen. Man kann auch mit Fehlern und negativen Emotionen ins Retreat gehen, aber man muss sich ihrer bewusst sein. Es geht kein Weg an dieser Arbeit vorbei. Je früher Sie sich dieser Dinge bewusst werden, desto leichter wird es, sie zu heilen und zu integrieren. Systemische Therapie, The Work von Byron Katie, gewaltfreie Kommunikation von Rosenberg und Focusing von Ann Weiser Cornell sind hilfreiche Werkzeuge für die Selbsterkundung.
  • Geben Sie niemals Ihr Bekenntnis zur Praxis auf. Wenn man entschlossen ist, ins Retreat zu gehen, und wenn man Wunschgebete dafür und für das Wohl aller Wesen macht, wird es verwirklicht werden. Selbst wenn es scheint, als gäbe es unüberwindbare Hindernisse wie Geld usw.: Wenn man eine reine Motivation hat und niemals aufgibt, werden die Dakinis und Dharma-Beschützer helfen – wenn nicht in diesem Leben, dann im nächsten. Man muss unerschütterliches Engagement entwickeln, das einen durch alle Hindernisse, die im Retreat auftauchen, trägt.

Wir können weitere Ratschläge geben und mit Ihnen an diesen Dingen arbeiten. Es braucht viel Zeit, sich selbst kennen zu lernen und seinen Körper und Geist zu verstehen. Wenn Sie jetzt damit beginnen, brauchen Sie im Retreat nicht so viel Zeit mit den Grundlagen verbringen, und Sie können schnell gute Resultate haben. Es ist unmöglich, diese Grundlagen zu umgehen. Wenn Sie jetzt nicht anfangen, daran zu arbeiten, werden Sie es im Retreat tun. Es ist grobstoffliche Arbeit, die Sie daran hindern wird, tief in die feinstoffliche Arbeit hineinzukommen.

ANMELDEVERFAHREN FÜR DAS MEDITATIONSSEMINAR:

Schreiben Sie einen Brief mit folgenden Informationen:
1.)
Name
Kontaktinformationen
Kurzer Lebenslauf bzgl. Ausbildung, Arbeit, Familienstand
Gesundheitsstatus
Wie bereiten Sie sich auf das Retreat vor bzgl. Gesundheit, Bewegung und Ernährung?
Haben Sie Körperbewusstsein und eine gute Atmung?
Mit welchen Arten von Beratung und innerer Arbeit haben Sie Erfahrungen?
Hatten Sie jemals psychische Störungen?
Werden Sie von Ihrer Familie und Freunden bzgl. des Retreats unterstützt?
Welches wird Ihrer Meinung nach das größte Hindernis im Retreat sein?
Wird es ihnen finanziell möglich sein, das Retreat durchzuführen?
Beschreiben Sie detailliert frühere Retreat-Erfahrungen.
Bei welchen Lamas haben Sie gelernt?
Wen sehen Sie als Ihren Wurzellama und warum?
Warum möchten Sie das Retreat in der Drikung Kagyu Linie machen?
Warum möchten Sie ein Drei-Jahres-Retreat machen?
Warum finden Sie es wichtig, die Sechs Yogas von Naropa zu lernen?

2.) Ärztliches Attest zum Gesundheitsstatus

3.) Empfehlungsschreiben:
Sie müssen zwei Empfehlungsschreiben angeben: Eines von einem Lama oder Dharmapraktizierenden, vorzugsweise in der Drikung-Kagyü-Linie, sowie eines ihrer persönlichen Wahl.

Vorstellungsgespräch:
Sie werden für mindestens ein Vorstellungsgespräch von den Retreat-Meistern kontaktiert werden.

KOSTEN/GEBÜHR:

€ 420,- pro Monat
Ca.€ 250,- werden für die monatlichen Nahrungsmittel-Einkäufe von jedem Retreatler bezahlt. Je nachdem was benötigt wird, kann dieser Betrag variieren.
Ca. € 20,- pro Monat für Tsogs
Ca. € 400,- (abhängig von der Anzahl der Teilnehmer) für zwei Feuerpujas, die vom Retreatler ausgeführt werden.
Keine Kosten fallen an, wenn High-Lamas die Retreatler während ihrer Besuche im Zentrum unterstützen und wenn Drubpöns oder Giorgio mit den Retreatlern arbeiten.

MÖGLICHKEITEN FINANZIELLER UNTERSTÜTZUNG

Unterstützung, wie Sie Sponsoren für Ihr beabsichtigtes Dreijahresretreat begeistern können
Für kranke und behinderte Teilnehmer
Für Jugendliche (18–26 Jahre)
Für ordinierte Sangha-Mitglieder
Das Milarepa-Retreatzentrum kann eine reduzierte Gebühr für behinderte Teilnehmer, für junge Menschen (18–26 Jahre) sowie für ordinierte Sanghamitglieder gewähren.

Wir wurden darüber hinaus jetzt offiziell von der Tsadra Foundation für deren kontemplative Stipendien zugelassen: https://www.tsadra.org/scholarships/advanced-contemplative/

Bitte sprechen Sie so bald wie möglich mit Drupön Rachel, wenn Sie sich für ein kontemplatives Stipendium bewerben möchten.

SPONSOR

Falls Sie finanzielle Unterstützung in Form einer Sponsorschaft benötigen, bitten wir Sie, persönlich dafür Sorge zu tragen, einen entsprechenden Sponsor zu finden. Jede Unterstützung von Seiten eines Förderers oder Sponsors für einen Retreatler oder für die Organisation des Drei-Jahres-Retreats dient der Ansammlung von Verdienst. Das Zentrum unterstützt Sie auch.
Mehr Information dazu unter HIERFÜR WERDEN DRINGEND SPENDEN BENÖTIGT:

KONTAKT

Für alle spirituellen Fragen: Drubpön Rachel Dodds (Retreat-Meisterin)
Für alle administrativen Fragen: Carolina v. Gravenreuth
Tel. +49-5193-97432-000
Fax +49-5193-97432-099
E-Mail:info@milareparetreat.de