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Eine Botschaft von S.E. Garchen Rinpoche an die Welt im Hinblick auf die wachsenden globalen Umweltherausforderungen (25.06.2015).

Dies ist eine Botschaft an alle Buddhisten der Welt. 

Im Grunde braucht jeder, der eine Religion, irgendeine Religion, praktiziert, Liebe und Mitgefühl - Liebe und Mitgefühl für alle fühlenden Wesen: "Mögen alle fühlenden Wesen glücklich und frei von Leiden sein." Wenn also Menschen irgendwo auf der Welt unter Hitze und Kälte leiden, solltest du zu dem beten, zu dem du Zuflucht nimmst. Bete zugunsten aller Länder der Welt, zum Beispiel: "Mögen die, denen Regen fehlt, Regen bekommen; mögen die, denen Wasser fehlt, Wasser haben; möge das Feuer, dass jemanden verletzt, gelöscht werden," und so weiter. Deine Gebete sollten mit deiner eigenen Tradition vereinbar sein.

Als Buddhisten können wir Gebete für den Weltfrieden rezitieren oder ganz speziell Tara anrufen. Das liegt in der Verantwortung jedes einzelnen religiösen Praktizierenden, selbst wenn du der oder die einzige im Haus bist. Solche Gebete werden sich mit Sicherheit positiv auswirken. Selbst wenn nur ein oder zwei Menschen beten, wird es ganz sicher förderlich sein. Wir sollten alle gemeinsam für das Wohlergehen aller Länder beten. Das wird auch uns zugutekommen. Wenn wir uns abschotten und uns nur um unser eigenes Wohlergehen kümmern, wird sich das natürlich nicht sehr positiv auswirken.

Wenn du dagegen mit der Absicht betest, etwas Gutes für die ganze Welt zu bewirken, wird sich das einerseits für dich selbst am positivsten auswirken und gleichzeitig der Welt nützen. Wir nennen dies "für das Wohlergehen der anderen und das eigene Wohl wirken". So sollte jede(r) sich an seine eigene Quelle der Zuflucht wenden. Buddhisten können zum Beispiel Jetsun Tara, Chenresig und so weiter anrufen, Mani Mantras rezitieren, vor Stupas oder auch kleinen Statuen einigungsrituale durchführen, Tieren gegenüber großherzig sein usw. All diese Praktiken kommen der Welt zugute. Andernfalls werden Hass und Neid in der Welt immer weiter wachsen, während die Liebe immer weniger wird.

Das würde zu immer mehr Hitze (Feuerelement) in der Welt führen, und am Ende wird die Welt in Flammen aufgehen. Es wäre daher gut, wenn jeder sich dem Thema zuwenden würde. Wir sollten alle beten und uns das ernsthaft zu Herzen nehmen. Wenn wir jedoch angesichts des Leidens anderer unberührt bleiben, solange es uns selbst nicht persönlich betrifft, bleibt unser Gebet "Mögen alle fühlenden Wesen glücklich und frei von Leiden sein" einfach nur ein Lippenbekenntnis. Die einzige Ursache all des Leides in dieser Welt, seien es Überschwemmungen im Außen oder Konflikte im Innern, ist der fehlgeleitete Wille, der dem Hass und Neid der diesen Planeten bewohnenden Menschen entspringt. Anstatt einander zu helfen, verletzen sich Menschen gegenseitig. Länder führen Krieg gegeneinander, Menschen und religiöse Gruppen bekämpfen einander.

Kurz: Liebe - das harmonische Miteinander aller Elemente im Innern - wirkt sich auf die Harmonie der Elemente im Außen aus. Die fünf Geistesgifte und die fünf Elemente im Außen stehen auf sehr tiefgreifende Weise miteinander in Beziehung. Deshalb werden unsere Bemühungen, Liebe und Mitgefühl in die Welt zu bringen, mit Hilfe der Kraft dreier Kräfte wirksam: Erstens die Kraft deiner eigenen reinen Absicht - deines eigenen guten Willens, der eigenen Gutherzigkeit; zweitens, die Macht der Tatagathas - zwar haben alle Buddhas der drei Zeitalter Wunschgebete gesprochen, aber zusätzlich müssen wir sie anrufen. Ebenso wie beim wunscherfüllenden Juwel muss man den Wunsch erst aussprechen, damit er erfüllt werden kann. Durch die Anrufungen wird uns die Macht aller Buddhas zuteilwerden; das ist die Macht der Tatgathas. Und drittens, die Macht des Dharmadatu - Samsara und Nirvana entspringen am Ende demselben Feld. Die Dualität von Samsara und Nirvana ist nur eine vorübergehende Erscheinung, zurückzuführen auf unterschiedliches Karma und Leiden. Angesichts der Unzahl von Handlungen in der Welt, die der Anhaftung entspringen, sind wir jetzt Zeugen von großem Leid in der Welt. Wie können wir dieses Leiden läutern? Sämtliches Leiden entsteht aus Selbstbezogenheit, und das Gegenmittel für Selbstbezogenheit ist die altruistische Geisteshaltung. Altruismus wird jedem von uns in jeder nur erdenklichen Lage zugutekommen. In diesem Leben, im nächsten Leben, und im Bardo.

Jeder braucht Altruismus. Selbst ein winziges Geschöpf wird Glück in dem Maß empfinden, wie es altruistisch handelt. Daher beten wir: "Mögen die Wesen Glück und die Ursache von Glück besitzen." Die Ursache von Glück ist Liebe. Und "Mögen die Wesen frei sein von Leiden und von den Ursachen des Leidens." Die Ursache des Leidens ist Selbstbezogenheit. Das ist das ganze Dharma. Die Herzessenz des Dharma sind Liebe und Mitgefühl. Jenseits von Liebe und Mitgefühl existiert kein weiteres Dharma. Was wir "den Buddha" nennen, ist der Weisheits-Geist, die Vervollkommnung von Weisheit. Die subtile Weisheit der Buddha-Natur ist die zugrundeliegende Basis von Samsara und Nirvana. Deshalb gilt: Wenn jemand Liebe und Mitgefühl hat, wird die Weisheit wachsen. Wenn du das verstehst, wirst du die Methode finden, Glück und Befreiung von Leiden zu bringen. Wir sollten also unermüdlich streben. Da die Welt gegenwärtig an einem so gefährlichen Punkt steht, ist meine Bitte an jede(n) von euch: Betet um Heilung.

Garchen Dharma Institute, Taiwan.
Audio recording from Garchen Rinpoche:https://goo.gl/BHJDVo

www.garchen.tw

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